Die Perseiden

Ein Überblick über den sommerlichen Meteorstrom

Dr. Achim Tegeler, 01.07.2024


Die Perseiden sind der wohl bekannteste wiederkehrende Meteorstrom. Er löst die im August gut beobachtbaren Sternschuppen aus. Der Name „Perseiden“ rührt von der Richtung her, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen, dem sog. Radiant, der im Sternbild Perseus nahe dem Sternbild Kassiopeia liegt. Tatsächlich sind die Meteore der Perseiden jedoch Reste des Staubschweifs des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der als kurzperiodischer Komet ca. alle 133 Jahre auf seiner stark exzentrischen Bahn um die Sonne wieder in die Nähe der Erdumlaufbahn zurückkehrt [1]. Er gehört mit einem sehr geringen Abstand zur Erdbahn zu den sehr erdnahen Objekten (NEOs = Near-Earth Objects) [2], die potentiell in ferner Zukunft auch auf der Erde einschlagen könnten. Der Komet hat einen Durchmesser von ca. 26 km und wurde zuletzt 1992 in Erdnähe beobachtet; er wird im Jahre 2126 wieder erwartet.


Sternschnuppen der Perseiden Foto: NASA/JPL

Das, was wir als Sternschnuppen, also kurzes Aufblitzen am Himmel beobachten können, ist im Durchschnitt ein nur etwa 0,7 Sekunden langes Aufleuchten von Gasmolekülen der oberen Atmosphäre, die durch die hohe Geschwindigkeit (ca. 60km/s) des Staubteilchens ionisiert werden und die aufgenommene Energie in Form von Licht (Photonen) wieder abgeben – das Rekombinationsleuchten. Je nach Größe des Teilchens dauert das Rekombinationsleuchten mal länger oder auch kürzer. Das „Verglühen“ des verursachenden Staubteilchens sehen wir also, entgegen der oft verbreiteten Annahme, nicht [3].

Da die Perseiden also durch das „Durchfliegen“ der Erde durch den Staubschweif des Kometen auftreten, ist aufgrund der Ausdehnung des Staubschweifs auch ein längerer Zeitraum mit sichtbaren Meteoren verbunden – die Perseiden treten daher zwischen dem 17. Juli und dem 24. August auf und haben um den 12. August ihren Höhenpunkt.

Obwohl die Perseiden sicherlich der bekannteste Meteorstrom sind, gibt es durchaus aktivere Meteorströme, die mit höheren Fallzahlen mehr Sternschnuppen erwarten lassen – die Anzahl der theoretisch möglichen Leuchterscheinungen pro Zeit wird als Zenithal Hourly Rate (ZHR – Anzahl der Leuchterscheinungen pro Stunde) bezeichnet. Die Perseiden zeigen eine ZHR von durchschnittlich 100. Noch aktivere Meteorströme wie die Geminiden (ZHR 150-190) und die Quadrantiden (Bootiden – ZHR ca. 110) liegen jedoch im kalten Winter und werden daher in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen. Diese beiden Meteorströme haben ihren Ursprung anders als die Perseiden nicht im Kreuzen einer Kometenbahn, sondern im Durchstoßen einer Asteroidenstaubspur. Der Effekt ist der gleiche; die Teilchen dringen in die obere Atmosphärenschicht ein und lösen in etwa 100 km Höhe das Rekombinationsleuchten aus.

Beobachten lassen sich die Perseiden mit bloßem Auge und besonders gut in der zweiten Nachthälfte während des Maximums um den 12. August herum. Wenn möglich, geht man dazu an einen dunklen Ort und beobachtet das Schauspiel bequem auf einem Liegestuhl.


Weiterführende Links:

[1] Komet 109P/Swift-Tuttle: https://de.wikipedia.org/wiki/109P/Swift-Tuttle

[2] Near-Earth Objects: https://cneos.jpl.nasa.gov/about/basics.html

[3] Rekombinationsleuchten: https://de.wikipedia.org/wiki/Rekombinationsleuchten