Ein kurzer Bericht zur Kometenjagd von Anja Drews und Carsten Debbe
Um 03:15 Uhr wird die Stille der Nacht durch ein Geräusch zerrissen… der Wecker klingelt.
Die Wettervorhersage war nicht wirklich gut, aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Nur im Osten, etwa zwei Handbreit über dem Horizont, ist ein Streifen klarer Himmel zu erkennen. Also in die Klamotten, Ausrüstung ins Auto, und los geht’s. Weit muss nicht gefahren werden, da ein Platz mit passender Sicht und Himmelsrichtung schon Tage vorher ausgekundschaftet wurde. Diesmal sind es ca. 5 Kilometer bis Osterberg (Nähe Hasbergen). Aufgestellt werden ein Seestar S30 und ein S50.
Um 04:30 Uhr ist der aktuell sichtbare Komet C/2025 R3 (PanSTARRS) über den Horizont gekrochen, jedoch für uns und die Teleskope noch unsichtbar.
Der aufgehellte Himmel über Osnabrück ist ein Hindernis. Das Seestar von Anja hat zu Beginn Probleme mit dem Platesolving. Durch die höhere Vergrößerung sind weniger Sterne auf dem Sensor zu erkennen. Mein S30 tut sich da leichter, da durch den größeren Chip und die kürzere Brennweite erheblich mehr Sterne für’s Platesolving [1] zur Verfügung stehen.

Aber nach kurzer Zeit ist auch Anjas S50 im Spiel.


Nach dem Kometen hat Carsten noch etwas auf den gerade aufgehenden Kugelsternhaufen M4 im Skorpion gehalten, und Anja hat zum Abschluss noch den aufgehenden Mond eingefangen.
Auf dem Rückweg haben wir dann gesehen, dass sich das Ganze bei ca. +1,5° Celsius abgespielt hat. Haben wir gar nicht wahrgenommen…
Mehr Infos:
Klassifizierung von Kometen: https://kosmos-os.de/der-komet-c2023-a3-tsuchinshan-atlas/
Der Komet C/2025 R3 (PanSTARRS) (in engl. Sprache): https://en.wikipedia.org/wiki/C/2025_R3_(PanSTARRS)
[1] Plate Solving ist eine sehr effektive Technik, bei der ein aufgenommenes Photo vom Sternenhimmel von einem (computerbasierten) Algorithmus analysiert wird, um die exakten Himmelskoordinaten des Bildausschnitts zu bestimmen. Dabei vergleicht der Algorithmus die Sternkonstellation im Bild mit einem digitalen Sternkatalog (häufig der GAIA Catalogue) und leitet daraus die exakte Blickrichtung des Teleskops ab. Für Amateurastronomen ist das Plate Solving eine sehr exakte Methode, um die Ausrichtung einer parallaktischen Teleskopmontierung exakt auf den Himmelspol auszurichten.